Als Grafikdesigner selbstständig machen – lohnt sich das überhaupt?

von , am 21.07.2016 - Kommentieren

Grafiker ist der Traumberuf eines jeden zeichenbegabten Jugendlichen. Mit den selbsterschaffenen Bildern und Zeichnungen den Lebensunterhalt verdienen – keine schlechte Idee. Es gibt Möglichkeiten diesen Traum Realität werden zu lassen. Die Ausbildung zum Grafikdesigner kann man durchaus in unterschiedlichen Unternehmen und Ausbildungsstätten ohne größere Schwierigkeiten antreten. Hat man die Ausbildung, die in der Regel 2 bis 3 Jahre dauert, erfolgreich absolviert, stellt sich oft die Frage, wie man damit nun Geld verdienen kann?

Mit ein wenig Glück bekommt man durch Kontakte und guter Leistung eine Festanstellung als Grafikdesigner. Jedoch ist das mittlerweile die Ausnahme. Allzu viele Stellen in Festanstellungen gibt es in diesem Beruf nämlich leider nicht! Vieles wird über Freelancer und Designagenturen im Ausland erledigt.

Bei inländischen Agenturen dagegen ist man in der Regel als Grafikdesigner auch nicht fest angestellt sondern als Freelancer selbstständig, mit dem Unterschied, dass man sich über die Auftragsbeschaffung weniger Gedanken machen muss. Das erledigt ja schließlich die Agentur. Im Umkehrschluss verlangt diese aber auch das größte Stück vom Kuchen und man selbst wird für die eigentliche Arbeit geringer entlohnt. Dennoch: die Arbeit als Grafikdesigner in einer Agentur oder einem Agenturverbund ist immerhin fast wie eine Festanstellung mit ggf. geringerem Einkommen, dafür aber auch weniger Auftragsbeschaffungsrisiko.

Anders sieht aus, wenn man als Freelancer auch nach Außen tritt. Die Aufträge müssen selbst an Land gezogen werden und deshalb nicht nur „grafisch“ bzw. im fachlichen Bereich glänzen sondern sich selbst auch dementsprechend verkaufen können. Das wiederum kann nicht jede/r. Wohl denen die es können! Aber auch wenn man sich nicht so gut verkaufen kann, viel geht schließlich über Referenzen. Die erarbeitet man sich meist sehr hart und nicht jeder Auftrag den man annimmt kann als Referenz genutzt werden. Beispiel ist das Logo für den Bäcker von nebenan, aber beeindruckt das auch größere Kunden? Hier zählt eher die Empfehlung durch das sprichwörtliche Vitamin B oder aber eine Referenz eines anderen großen Unternehmens. Wie kommt man daran? Vielleicht über eine Agentur.

Aber es gibt einen Haken. Die meisten größeren Unternehmen, die für Arbeiten eines Grafikers so entlohnen, dass er als Freelancer davon leben kann, sind zum einen begrenzt und meist schon vergeben. Ist ein Kunde zufrieden, bucht er bei neuen Aufträgen immer wieder denselben Freelancer. Es ist deshalb sehr schwer als Neuling erst einmal hineinzukommen.

Soll man sich also als Freelancer am Markt selbstständig machen? Diese Frage kann man getrost mit einem klaren „Jain“ beantworten. Wer dies direkt vor hat um davon zu leben, sollte entweder finanzielle Polster haben, bis es wirklich „läuft“. Wer dagegen vor hat nebenberuflich eine Existenz aufzubauen und ohne einen Vollzeitjob direkt an den Nagel zu hängen, der geht sicherlich den „sichereren“ Weg und kann durchaus als Freelancer auf lange Sicht erfolgreich sein.

Wichtig ist trotz alledem, dass man Beziehungen aufbaut. Ohne die richtigen Leute zu kennen funktioniert in dieser Branche kaum etwas und man ist schon nach kurzer Zeit gefrustet, deprimiert und verliert die Lust weiter zu machen.
Wer also glaubt, das schnelle Geld als Freelancer machen zu können hat schon verloren. Wer jedoch stetig und bemüht versucht sich ein Standbein aufzubauen, Referenzen sammelt und geduldig ist, kann mit überschaubarem Risiko den Versuch starten, als Grafikdesigner selbstständig zu werden.


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