Als Freelancer beim Kunden arbeiten?

Als Freelancer beim Kunden arbeiten?
©Norbert Schollum / pixelio.de

Bei einer Geschäftsgründung müssen junge Unternehmer viele verschiedene Dinge gleichzeitig organisieren und bedenken. Die Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz gerät dabei oft in den Hintergrund. Dabei ist eine gute Arbeitsumgebung elementar wichtig für den Erfolg des neuen Unternehmens. Unsere Gastautorin Lisa Figas stellt in einer Artikelserie drei Arbeitsplatzkonzepte vor. Folge 3: Arbeit beim Kunden vor Ort.

Es gibt viele Selbstständige, die eine ortsunabhängige Dienstleistung anbieten. Wenn nur ein Rechner und eine Internetverbindung benötigt werden, dann sind die einzigen Voraussetzung für einen erfolgreichen Arbeitstag eine Steckdose und ein bequemer Stuhl. Theoretisch kann man also in jedem Cafe arbeiten und sich auch mal in dunklen Ecken am Bahnhof herumdrücken. Warum sollte man also bei seinem Kunden vor Ort arbeiten?

Wir leben in einer Welt voller modernster Kommunikationsmitteln, von E-Mail über Chat bis zu Fax und Telefon stehen uns nicht zuletzt auch die Sozialen Netzwerke zur Verfügung, um mit Geschäftspartnern und Kunden in Verbindung zu treten.

Gerade als junges Startup sollte man diesen Möglichkeiten aufgeschlossen sein, denn zum Einen vermittelt es Kompetenz, wenn man sich mit den modernen Kommunikationsmitteln auskennt. Zum Anderen kann man als Gründern dann auf jeweils dem Kanal mit seinem Gesprächspartner in Kontakt treten, der diesem am liebsten ist. Manche Investoren skypen gerne, andere lieben Hangouts, der nächste möchte vielleicht nur telefonieren – hier sollte man auf alle Fälle aufgeschlossen sein.

Persönliche Kommunikation ist die beste Kommunikation

Doch egal, welchen Dienst man für die Kommunikation mit den eigenen Kunden wählt, das persönliche Gespräch ist immer noch am besten.

Vor allem bei gemeinsamer Projektarbeit (z.B. Erstellung von Webseiten) ist es hilfreich, zusammen gleichzeitig auf den gleichen Bildschirm zu schauen, um Themen zu besprechen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass sich auf diese Art und Weise unzählige E-Mails vermeiden lassen. Die Projektarbeit beim Kunden vor Ort ist also eine Zeitersparnis für beide Seiten.

Wenn man schon einmal gemeinsam Kaffeepause gemacht hat, vereinfacht das die Kommunikation übrigens auch, wenn dann später wieder auf E-Mail gewechselt wird – einfach weil man sich besser kennt und den Tonfall des Gegenübers einschätzen kann.

Eine Dauerlösung sollte das allerdings nicht werden, wer als externer Berater/Dienstleister auftritt, sollte auch extern bleiben. Das gemeinsame Rumhängen jeden Tag, verwischt die Grenzen und macht es umgekehrt dann auch wieder schwieriger, Forderungen durchzusetzen und bei eventuell auftretenden Problemen hart zu bleiben.

Wer einen ganzen Tag lang bei seinem Kunden verbringt, sollte auch noch ein paar andere Punkte beachten:

  • Internetverbindung – zwar haben die meisten Firmen einen Internatanschluss an jedem Arbeitsplatz, das bedeutet aber nicht, dass man den als Externer auch problemlos benutzen kann. Oft fehlt das Passwort, oder es müssen erst spezielle Programme installiert werden. Die beste Lösung ist es, unabhängig zu sein. Ein Surfstick ist nicht teuer, spart aber jede Menge Ärger.
  • Mittagspause – wenn man nicht weiß, ob es eine Kantine gibt, oder ob selbst gekocht wird, sollte man sich auf alles vorbereiten. Müsliriegel lassen sich gut einpacken und geben viel Energie – wenn die ganze Abteilung geschlossen zum Mittagessen geht ist das auch o.k. – der Müsliriegel bleibt in der Tasche und hält sich ein paar Monate. Nichts zu Essen mitzubringen ist jedoch extrem ungünstig, denn es kann auch sein, dass in dem Unternehmen eine Butterbrotkultur herrscht und jeder seine Brotzeit selbst mitbringt.

Ein entscheidender Vorteil ist, dass man abends einen klaren Feierabend hat. Wer beim Kunden den Rechner zuklappt und sich auf den Heimweg macht, der kann Arbeit und Privatleben gut trennen. Auch wenn der Tag stressig war, empfinden viele Selbstständige den Feierabend dann stärker und können sich besser entspannen. Das klappt aber nur, wenn der Rechner zuhause dann auch tatsächlich zu bleibt.

Die anderen beiden Folgen von Lisa’s Serie „Arbeitsplatzkonzepte“ gibt es hier: (1) Arbeiten im Coworking-Space, (2) Home-Office

Ein Kommentar

  1. Danke für den tollen Beitrag! Ich denke, letztendlich muss jeder für sich entscheiden, was das Richtige / Beste ist.
    Vielleicht auch einfach mal Diverses ausprobieren!? Unser Coworking Space in Spanien, Málaga biete Tages-, Wochen, oder auch Monatstarife an. Auch eine Idee: mal Urlaub mit Arbeit zu verknüpfen…http://coworking-malaga.org/

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