Arbeitsplatz: Co-Working-Space Folge 1 von Lisa's Serie: Arbeitsplatzkonzepte

von Lisa Figas, am 30.05.2013 - Kommentieren
Coworking bei mobilesuite

Bei einer Geschäftsgründung müssen junge Unternehmer viele verschiedene Dinge gleichzeitig organisieren und bedenken. Die Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz gerät dabei oft in den Hintergrund. Dabei ist eine gute Arbeitsumgebung elementar wichtig für den Erfolg des neuen Unternehmens. Unsere Gastautorin Lisa Figas stellt in einer Artikelserie drei Arbeitsplatzkonzepte vor. Folge 1: Coworking.

Ich habe in den drei Jahren meiner Selbstständigkeit bisher drei verschiedene Arbeitsplatzkonzepte kennengelernt. Im Laufe jeder Arbeitswoche verbringe ich die Tage an den unterschiedlichen Arbeitsplätzen Home-Office, Coworkingspace und bei einem meiner Kunden vor Ort. Jeder Arbeitsplatz unterscheidet sich ganz wesentlich von den anderen. Mit meiner Artikelserie möchte ich die verschiedenen Konzepte vorstellen und damit Gründern die Möglichkeit geben, für sich den passenden Arbeitsplatz zu finden.

Was ist Coworking?

Coworking ist ein Konzept bei dem mehrere Leute ein Büro teilen. Man muss es sich so vorstellen: Einer kommt und mietet einen großen Raum und eine dicke Internetverbindung. Dann stellt er Schreibtische und Stühle und eine Kaffeemaschine hinein. Jetzt können andere kommen und in diesem Großraumbüro einzelne Schreibtische mieten.

Viele Coworkingspaces bieten ganz flexible Konzepte an. So kann man zum Beispiel Arbeitsplätze nur an einzelnen Tagen mieten, ausschließlich den Besprechungsraum benutzen oder an drei frei wählbaren Tagen pro Monat zum Arbeiten kommen.

Natürlich kann auch ein fester Arbeitsplatz gebucht werden, an dem man dann auch mal Unterlagen liegen lassen oder ein Bild vom Lieblingshaustier aufstellen kann.

Coworking: Vorteile für Startups

Gerade für Gründer bietet ein Arbeitsplatz in einem Coworking-Büro viele Vorteile:

  • Funktionierende Infrastruktur – wer hat schon Lust, sich Zuhause mit der Einrichtung eines Faxgerätes herumzuschlagen? In einem Coworkingspace kann man die vorhandene (IT-)Infrastruktur einfach mitnutzen. Telefon-Nutzung (oft auch mit eigener Durchwahl) und die Internetanbindung sind bei vielen Tarifen schon mit inbegriffen. Sollte es mal ein technisches Problem geben, kümmern sich die Fachleute darum.
  • Adresse mit Briefkasten – Coworkingspaces liegen oft in attraktiver Innenstadtlage. Wer hier eine Postadresse hat, kann als Startup bei Investoren schon einmal kräftig Eindruck schinden. Außerdem werden die Briefkästen regelmäßig geleert – auch wenn die Gründer gerade mal wochenlang im Ausland unterwegs sind.
  • Kontakt zu anderen – in Coworkingspaces tummeln sich viele junge Kreative. Wer für sein Startup noch Programmierer, Grafiker oder Social Media Berater braucht, der wird hier in der Regel fündig. Die Coworker sind gut vernetzt und offen für Neues. Für Gründer kann es sich deshalb lohnen, sich auch dann für ein paar Wochen in einem Coworkingspace einzubuchen, wenn eigentlich ein Home-Office zur Verfügung steht. Networking ist alles!

Meine Erfahrungen mit Coworking

Ich selbst arbeite einen Tag pro Woche im Augsburger Coworkingspace max 30.1. Ich freue mich immer sehr darauf, Dienstags meine „Kollegen“ dort zu treffen. Obwohl jeder für sich arbeitet, gibt es doch erstaunlich viele Berührungspunkte. So kann ich mich zum Beispiel mit anderen Selbstständigen über Buchhaltung und Mahnwesen austauschen. Wenn ich mal eine Grafik brauche, kann ich oft innerhalb von Minuten die fertige Datei auf einem USB Stick an dem Schreibtisch um die Ecke abholen. Ich selbst gebe im Gegenzug an der Kaffeemaschine Tipps zu Facebook und Twitter. Lustig sind auch die Diskussionen im Kampf der Betriebssysteme (Mac OSX vs. Windows).

Aber ich muss auch zugeben: Der Dienstag ist nicht gerade der Tag, an dem meine To-Do-Liste erheblich kürzer wird. Im Gegenteil: Coworking ist Networking. Ich gehe oft mit neuen Ideen, Aufgaben und Gedanken nach Hause und schaffe an diesem Tag wenig. Doch ich habe mich darauf eingestellt. Ich lege meine Besprechungstermine auf die Dienstag und sammle Fragen und Infos, die ich mit den anderen Coworkern besprechen will. Das führt dazu, dass ich an den anderen Tagen (z.B. im Home-Office) viel produktiver bin.

Für mich ist mein Arbeitsplatz im Coworkingspace eine sehr lohnenswerte Sache, doch ich musste meinen Modus erst finden. Manch anderer arbeitet Vollzeit vor Ort oder nutzt nur den Briefkasten. Ausprobieren ist angesagt! Eine Liste der Coworkingspaces gibt es auf Deskwanted.

Bild: ©mobilesuite: Co-Working in Prenzlauer Berg, Berlin


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